Institut für Deutsche Sprache, Mannheim


(NUZ12/MAR.02365 Nürnberger Zeitung, 26.03.2012, S. 9; Erneute Schwerpunkt-Kontrolle von Polizei, Jugendamt und VAG: 190 Jugendliche hatten Schnaps dabei)



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(NUZ12/MAR.02365 Nürnberger Zeitung, 26.03.2012, S. 9; Erneute Schwerpunkt-Kontrolle von Polizei, Jugendamt und VAG: 190 Jugendliche hatten Schnaps dabei)
Erneute Schwerpunkt-Kontrolle von Polizei, Jugendamt und VAG: 190 Jugendliche hatten Schnaps dabei

Vorglühen mit Wodka für die Disco-Nacht

Die jugendlichen Kampftrinker werden weniger. Doch nach wie vor gehört das „Vorglühen“ zum Party- und Disco- Besuch junger Menschen – auch unter 15- und 16-Jährigen. Mit Schwerpunkt- Kontrollen im Umfeld von Jugend- Discos versuchen Jugendamt und Polizei seit Januar vermehrt gegenzusteuern. Am Samstag fand die dritte Aktion statt – mit ersten Erfolgen, wie die Polizei meint.

Der 17-Jährige in T-Shirt und schwarzem Sakko hat Erfahrung. Cool, lässig antwortet er den zwei Bundespolizisten, die ihn und seine zwei Begleiter in der Mittelhalle des Hauptbahnhofs gestoppt haben. Ja, in der Orangensaft-Flasche ist auch Wodka. Klar will er die Plastikflasche freiwillig herausgeben. Und jetzt? „Ich passe auf, dass mich die Polizei nicht mehr erwischt“, sagt der sympathische junge Mann, während einige Schritte weiter Mädels kichern. (NUZ12/MAR.02365 Nürnberger Zeitung, 26.03.2012, S. 9; Erneute Schwerpunkt-Kontrolle von Polizei, Jugendamt und VAG: 190 Jugendliche hatten Schnaps dabei)


Auch eine junge Punkerin mit schwarzem Pagenschnitt und finster dreinblickenden Totenköpfen in den Ohrläppchen schert sich wenig um

die Wohlfühlklänge: „Ist mir doch wurst“, raunt sie knapp.

Die 18-jährige Regina trifft sich ebenfalls öfter zum Vorglühen am Hauptbahnhof. „Ich mag Klassik“, sagt die Nürnbergerin, die bereits Probe gelauscht hat. Zu Hause höre sie ab und an auch Klassik – am liebsten Beethoven oder Mozart. „Das entspannt wunderbar“, findet sie. „Noch besser fände ich es, wenn sie Gothic spielen würden“, fügt sie an und klemmt Unterlippe inklusive Piercing zwischen die Zähne. Das Problem mit den Jugendlichen sei dadurch nicht gelöst: „Dann stören sie woanders und die Diskussion beginnt wieder.“

Ähnliche Befürchtungen hat auch Pendlerin Anna K. „Die Musik an sich ist nett, aber der Gedanke baumelt irgendwo zwischen abstrus und hilflos“, sagt die 60-Jährige aus Regensburg, die zweimal pro Woche in Nürnberg umsteigt. (NUZ12/APR.01401 Nürnberger Zeitung, 18.04.2012, S. 1; An den Wochenenden wird der Hauptbahnhof mit Klassik beschallt)


„Das sind eher die Penner, die überall hinpinkeln und hier abhängen. Die pfeifen auf die Musik.“ Und auch die Jugendlichen dürften die klassischen Töne seiner Meinung nach wenig kratzen, denn „die haben doch ihre eigenen Boxen und Musik dabei“. Notfalls könnten Punkrocker und Rapper gegen die streichzarten Sonaten von Brahms wettern.

Genau um dieses Bild von Nürnberg sorgt sich Rudi A. Der 80-Jährige findet es gut, dass „endlich was getan wird“. „Das macht doch schlechten Eindruck auf die Reisenden, wenn die da so saufen.“

Die Bundespolizei, die für die Sicherheit zuständig zeichnet, kann erst in drei Monaten Bilanz ziehen. „Das Vorglühen findet aber noch statt – teils bis nach Mitternacht“, sagt Rainer Schlemmer, Sprecher der Inspektion im Hauptbahnhof. Ähnlich vorsichtig ist man auch bei der Deutschen Bahn. Aktuell gilt die Beschallung noch als „Projekt-Versuch“.

Dabei wurden in München bereits erste Effekte festgehalten: In insgesamt zehn U-Bahnhöfen läuft Klassik seit inzwischen zwölf Jahren in der Dauerschleife. Nach einer Umfrage der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) von 2003 fanden drei Viertel der Fahrgäste die Idee gut – zwei Drittel erhofften sich sogar eine Ausweitung auf alle U-Bahnstationen. Sechs Prozent nur hätten die Musik gerne abgestellt. Doch mit Schöngeisterei ist die Aufgabe der Kompositionen längst nicht erklärt. Sie haben vor allem einen psychologischen Hintergrund: Klassik steigere das „subjektive Sicherheitsempfinden“, hat die MVG ermittelt. (NUZ12/APR.01401 Nürnberger Zeitung, 18.04.2012, S. 1; An den Wochenenden wird der Hauptbahnhof mit Klassik beschallt)


CSU sagt Komasaufen und Vorglühen den Kampf an

Sperrzeitregelung letztes Mittel

CSU-Stadtratsfraktion, Senioren Union und Junge Union haben gestern ein Maßnahmenpaket vorgeschlagen, um verstärkt gegen den Alkoholmissbrauch vorzugehen. Dazu gehört auch ein Ordnungsdienst, der gemeinsam mit der Polizei die Einhaltung der Vorschriften überwachen soll. (NUZ12/APR.01726 Nürnberger Zeitung, 21.04.2012, S. 13; CSU sagt Komasaufen und Vorglühen den Kampf an - Sperrzeitregelung letztes Mittel)
Bei Alkoholmissbrauch

umgehend gegensteuern

Sebastian Brehm zufolge ist es aus Sicht der CSU umgehend erforderlich, den Alkoholmissbrauch einzudämmen und wirksam zu bekämpfen. „Besonders effektiv kann dies gelingen, wenn bereits bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gegengesteuert wird“, so Brehm. Der Alkoholmissbrauch ist dabei nach seinen Worten nur bedingt auf den Konsum innerhalb der Gastronomie zurückzuführen. Sogenanntes Komasaufen finde häufig im privaten Umfeld statt oder werde erst durch das Vorglühen im Vorfeld eines Bar- oder Diskothekenbesuches möglich.

Gerade im Jugendbereich erfolge die Beschaffung des Alkohols dafür meist im Einzelhandel und an Tankstellen. Dabei übernehme ein jeweils volljähriges Gruppenmitglied den Einkauf, um einer eventuellen Altersprüfung an der Kasse stand zu halten. Solche Einkaufstouren seien insbesondere am Wochenende in Supermärkten oder Tankstellen am frühen Abend zu beobachten. Von daher sei es notwendig, „die Präventions- und Eindämmungsmaßnahmen insbesondere an dieser Beschaffung auszurichten und nicht ausschließlich an den Öffnungszeiten der Gastronomiebetriebe festzumachen“.

Ziel der Maßnahmen sei es, durch regelmäßige Kontrollen und Stichprobenüberprüfungen sowohl den unerlaubten Ausschank oder Verkauf von Alkoholika an Kinder und Jugendliche zu verhindern, als auch den öffentlichen Konsum von alkoholischen Getränken generell einzudämmen. (NUZ12/APR.01726 Nürnberger Zeitung, 21.04.2012, S. 13; CSU sagt Komasaufen und Vorglühen den Kampf an - Sperrzeitregelung letztes Mittel)
Dankgottesdienst für den Aufstieg

„Heute ist alles etwas anders“

FÜRTH — Ein wenig skurril mutete die Szene gestern früh schon an. Auf der Fürther Gustavstraße hatten sich bereits gegen 9.30 Uhr einige versammelt, die es offenbar gar nicht mehr erwarten konnten. In weiß-grünen Trikots, T-Shirts, Schals und was sich sonst noch für Fan-Utensilien fanden, saßen die Anhänger der Spielvereinigung draußen vor den Kneipen, frühstückten gemütlich und einige tauschten schon zeitig den heißen Kaffee gegen ein kühles, schäumendes Helles ein. Vorglühen heißt so was gemeinhin beim Partyvolk. Andere ließen derweil die Wirtshäuser links und rechts liegen und bogen zielsicher auf den Kirchenplatz ein, in punkto Kleidung waren viele kaum von den Frühstückern auf der Gustavstraße zu unterscheiden. Statt in die Kneipe zu gehen besuchten sie die Michaeliskirche.

Unter dem Motto „(un-)aufsteigbar" trafen sich auf Einladung von Pfarrer Jörg Sichelstiel seine Gemeinde und Interessierte zum Sonntagsgottesdienst. Die Kirche war gut gefüllt, auch Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung nahm die Gelegenheit wahr und reiste – natürlich mit einem weiß-grünen Schal ausgestattet – auf seinem Drahtesel an. „Die Entscheidung, das so zu machen, ist an dem Montag der inoffiziellen Feier in der Gustavstraße entstanden“, erinnert sich Pfarrer Sichelstiel. (NUZ12/APR.02488 Nürnberger Zeitung, 30.04.2012, S. 3; Dankgottesdienst für den Aufstieg - „Heute ist alles etwas anders“)


„Komasaufen“

Mehr Mädchen im Vollrausch

Junge Leute trinken nicht immer mehr, aber sie betreiben oft gefährliche Rituale wie das „Vorglühen“ oder das „Binge drinking“ (Rauschtrinken). Das zeigt die Auswertung der Rettungsdiensteinsätze im Jahr 2011.

Vor allem in den Wochenendnächten und frühen Morgenstunden werden die Retter gerufen und finden junge Leute mit Alkoholvergiftung vor. 15 Minderjährige im Alter von 12 bis 13 Jahren – davon elf Mädchen – sind im vergangenen Jahr betrunken in ein Nürnberger Krankenhaus gebracht worden (2010: 12, 2009: 18). Bei den 14- bis 17-Jährigen waren es 318 (2010: 255, 2009: 285), 140 von ihnen waren weiblich. Nicht zu vernachlässigen sei die Dunkelziffer. Denn in der Jugendszene gilt es keineswegs als cool, betrunken in der Notaufnahme zu landen. Oft versuchten die Jugendlichen, ihren Saufkumpanen mit zweifelhaften Ausnüchterungsversuchen wieder auf die Beine zu helfen – und gefährdeten auch damit deren Gesundheit. (NUZ12/JUL.00158 Nürnberger Zeitung, 03.07.2012, S. 8; „Komasaufen“ Mehr Mädchen im Vollrausch)


Polizei hatte mehr erwartet

Klassik gegen Störenfriede: Mit „leichter klassischer Musik“ wird die Osthalle seit nunmehr vier Monaten beschallt. Während die Betreiberin des Bahnhofes – die Bahn-Tochter DB Station and Services – hofft, durch die melodischen Kompositionen die Reise für ihre Kunden angenehmer zu gestalten, hatte sich die Bundespolizei, die in Hallen und an Gleisen für Recht, Sicherheit und Ordnung sorgt, bislang eigentlich mehr von diesem „Projekt-Versuch“ versprochen.

„Es gibt keine signifikante Entwicklung in Bezug auf die Aggressions- und Vandalismusdelikte“, bilanziert Albert Blersch, Sprecher der Ordnungshüter im Verkehrsknotenpunkt. Eigentlich hatten sich die Herren in Uniform erhofft, mit den Streich- und Blasinstrumenten dem massenhaften Vorglühen Herr zu werden. Oder es zumindest etwas zurückdrängen zu können. „Die Zahlen beim Vandalismus und bei den Widerständen sind exakt auf dem Stand vor drei Monaten geblieben“, schlussfolgert Blersch aus den Statistiken, die den Beamten nun vorliegen.

Präventive Maßnahmen, bei denen die Polizisten vorgreifend Daten von möglichen Unruhestiftern festhalten, wurden allerdings doppelt so oft wie im Vorjahr ergriffen. „Das könnte darauf hindeuten, dass aggressives oder störendes Verhalten trotz Beschallung vorhanden ist“, meint Blersch. Allerdings wäre es verfrüht, das Projekt aus Sicht der Delikteindämmung jetzt für gescheitert zu erklären.

„Man könnte spekulieren“, wirft Blersch ein, „dass der Erfolg im Winterhalbjahr deutlicher hervortritt.“ Denn im Sommer gibt es wegen der Wetters zig Auswahlmöglichkeiten für feierwütige Jugendliche, sich an „einschlägigen Plätzen“ zu treffen und auf den Partyabend einzustimmen. (NUZ12/AUG.01058 Nürnberger Zeitung, 07.08.2012, S. 1; Erste Bilanz des Musikprojektes - Polizei hatte mehr erwartet)
Ein Wischmop saust über die Steinfliesen. Schritte sind auch noch zu hören. Sonst nichts. Keine Schreie, keine Schläge, keine Klassik. Kurz rüber in die Haupthalle: Hier ist es fast noch leiser.

19.30 Uhr: Zurück auf dem Platz vor der Osthalle. Die jungen Rapfans werden von noch jüngeren Skatern gebeten, Wodka zu kaufen. Doch sie lehnen ab. Auf der Flucht vor so viel ereignisloser Beschaulichkeit komme ich durch die mucksmäuschenstille Osthalle und lande in der Haupthalle, wo einige Jugendliche vorglühen.Dank des hohen Mädchenanteils wird aber nicht gegrölt, nur gekichert und geflirtet.

19.45 Uhr: Der Sicherheitsdienst wird in die Haupthalle gerufen. Zwei Frauen streiten sich mit einem Mann, bespucken ihn, schlagen ihm ins Gesicht. Er wehrt sich erst nur durch Wegschubsen, steht aber kurz vorm Explodieren. Als ein Passant das Trio beruhigen will, geht der Mann auf ihn los. Letztlich wird niemand ernsthaft verletzt. Aber wo ist der Mozart, wenn man ihn mal braucht?

20.10 Uhr: In der Osthalle ist die Welt noch in Ordnung. Zwei Mittvierziger tragen nicht nur Lederhosen, sie halten in der Hand auch steinerne Maßkrüge. (NUZ12/AUG.01059 Nürnberger Zeitung, 07.08.2012, S. 1; Klassik soll die Atmosphäre im Hauptbahnhof verbessern - Wo ist Mozart, wenn man ihn braucht)


Nürnberger Hauptbahnhof

Alkoholverbot verlagert das „Vorglühen“

NÜRNBERG — Bundesweite Premiere: Seit Freitagabend ist Alkohol im Nürnberger Hauptbahnhof tabu. Die Party-Szene nahm das Verbot gelassen hin, und vor dem Bahnhof wird weiterhin „vorgeglüht“.

Die Ernsthaftigkeit des Verbots unterstrichen patrouillierende Sicherheitskräfte der Bahn, die Jugendliche beim Schluck aus der Bierflasche höflich zurechtwiesen. Bundespolizisten standen bereit, verhängte Hausverbote notfalls auch mit Polizeigewalt durchzusetzen. (NUZ12/OKT.01642 Nürnberger Zeitung, 22.10.2012, S. 1; Nürnberger Hauptbahnhof - Alkoholverbot verlagert das „Vorglühen“)


NÜRNBERG — Bundesweite Premiere: Seit Freitagabend ist Alkohol im Nürnberger Hauptbahnhof tabu. Die Party-Szene nahm das Verbot gelassen hin, und vor dem Bahnhof wird weiterhin „vorgeglüht“.

Die Ernsthaftigkeit des Verbots unterstrichen patrouillierende Sicherheitskräfte der Bahn, die Jugendliche beim Schluck aus der Bierflasche höflich zurechtwiesen. Bundespolizisten standen bereit, verhängte Hausverbote notfalls auch mit Polizeigewalt durchzusetzen.

Die Einsatzkräfte erleben eine ruhige Nacht. Die meisten Besucher decken sich wie jeden Freitagabend in den Bahnhofsläden mit Hochprozentigem ein, lassen ihre Einkäufe aber in Plastiktüten und suchen einen anderen Platz zum „Vorglühen“, dem Einstimmen auf eine Partynacht. Im Laufe des Abends tummeln sich immer mehr junge Leute auf dem Bahnhofsvorplatz – wo das Verbot ins Leere geht. Ungeniert schwenken sie ihre geöffneten Bierflaschen, mischen Wodka in Fruchtsäfte.

Dass es am Freitagabend eher ruhig blieb, hat für einen Szene-Kenner der Nürnberger Sozialbehörde noch einen anderen Grund: „Heute finden in der Gegend rund um den Bahnhof relativ wenige 16er Partys statt“ – Disco-Veranstaltungen, bei denen bereits 16-Jährige zugelassen sind. dpa

(Nürnberg S.9) (NUZ12/OKT.01642 Nürnberger Zeitung, 22.10.2012, S. 1; Nürnberger Hauptbahnhof - Alkoholverbot verlagert das „Vorglühen“)
Ein Gesetzentwurf der Staatsregierung sieht vor, es den Kommunen freizustellen, ob sie Alkohol auf bestimmten öffentlichen Plätzen von 22 Uhr bis 6 Uhr verbieten. Voraussetzung ist, dass es an diesen Orten Probleme mit Gewalt oder Ruhestörungen gibt. Das Gesetz könnte in den nächsten Monaten kommen – die Verabschiedung gilt als Formsache.

Genussvolles Trinken sei ein „Teil von Urbanität“, sagt Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD). Alkoholexzesse aber bedrohten das städtische Gefüge. Grundsätzlich sei es gut, dass die Kommunen bald auf eine sichere rechtliche Grundlage zurückgreifen könnten, falls sich die Situation an einem „Hotspot“ verschärfe. Erstmal werde in Nürnberg aber nirgendwo ein allgemeines Alkoholverbot angeordnet.

Die Gewalt- und Lautstärkeprobleme könnten mit dem Alkoholverbot nicht gelöst werden, sagt Ullrich. Die Jugendlichen träfen sich zum „Vorglühen“ zu Hause und gingen dann betrunken auf die Straße. Schlägereien und Ruhestörungen gebe es dann genauso. dpa (NUZ12/NOV.00917 Nürnberger Zeitung, 12.11.2012, S. 15; Kommunen könnten bald Alkoholverbot aussprechen - Maly will Option zunächst nicht nutzen)
allerlei anderem Hochprozentigen feierte Sebastian Vettel mit Freundin Hanna und der Red-Bull-Truppe bis in

die Puppen.

Teamchef Christian Horner hatte schon beim „Vorglühen“ an der Strecke champagnerselig garantiert: „Da werden einige einen Kater haben.“ Der ganze Stress, die ganze Anspannung waren Stunden nach dem Wahnsinns-Finale der Formel 1 vorüber und vergessen.

Jetzt war nur noch Feiern bis zum Abwinken angesagt. „Das wird eine tolle Nacht mit den Jungs“, hatte Vettel nach seinem lange am seidenen Faden hängenden dritten Titel-Triumph erleichtert versprochen. „Ich will das jetzt genießen und die Batterien wieder aufladen.“ Gegen halb vier Uhr am Montagmorgen war auch der Feier-Akku leer und Vettel verzog sich mit seiner Freundin ins Hotel.

Die gesamte Saison mit dem spektakulären Finale als Höhepunkt habe unglaublich viel Kraft, Energie und Substanz gekostet. (NUZ12/NOV.02286 Nürnberger Zeitung, 27.11.2012, S. 22; Weltmeister Vettels Warnung an die Konkurrenz: „Die Geschichte ist noch nicht vorbei“)
Wir Flaschenkinder

Der erste Kuss, die erste Zigarette, der erste Schwips, der erste Rausch. Zum Erwachsenwerden gehören anscheinend solche Erfahrungen. Und für die meisten von uns sind das auch Episoden, die man als mehr oder weniger prägend abhakt.

Doch mittlerweile sind nicht nur Gesundheitsapostel tief besorgt. Für viele Jugendliche ist die Flasche an den Wochenenden ein ständiger Begleiter, das „Vorglühen“ vor Disco-Besuchen eine geläufige Praxis, um Geld zu sparen. Zumal eine Buddel Wodka oft billiger zu haben ist als eine Flasche Wein mittlerer Qualität. Wer davor warnt, wird gern belächelt.

Einmal mehr warnt deshalb die Hauptstelle für Suchtfragen, das Problem zu unterschätzen. Alkohol war zwar nie eine harmlose Droge, Alkoholismus immer existent. Doch noch nie gab es eine solche Kultivierung des öffentlichen Trinkens wie heute. Die

„Flaschenkinder“ der Gegenwart haben immer was dabei; das Bier im Gehen gehört zur gewohnten Samstagabend-Impression. (NUZ13/APR.00209 Nürnberger Zeitung, 04.04.2013, S. 2; Alkohol im öffentlichen Raum - Wir Flaschenkinder)
Mallorcas Inselhauptstadt Palma greift durch: Trinkverbot am Ballermann! Die Nachricht, dass auf einer der wohl berüchtigtsten Partymeilen der Welt zwischen 22 und ein Uhr nachts kein Alkohol mehr unter freiem Himmel getrunken werden darf, treibt Abschlussklassen, Fußballmannschaften und Junggesellenabschieden gleichermaßen die Tränen in die Augen.

Mögen sie uns denn etwa nicht mehr, die Spanier? Ist ihnen das Geld, das der teutonische Nachwuchs in eimerweise Sangria investiert, nicht mehr gut genug?

Es ist wohl nicht die altruistische Sorge um die Gesundheit ihrer komatösen Klientel, die die spanischen Behörden zu diesem Schritt getrieben hat – schließlich bleibt das Trinken in den Etablissements erlaubt. Stein des Anstoßes ist das „Vorglühen“ mit billigem Alkohol aus dem Supermarkt. Das spült deutlich weniger Geld in die Kassen, hinterlässt dafür aber umso mehr Schmutz an der Strandpromenade.

Zum anderen sorgen sich die Spanier um das Image der Insel. Zurecht. Mallorca ist ein himmlisches Fleckchen, wer dort allerdings Urlaub macht – und sein Gepäck nicht im eigenen Eimer mit erhöhtem Fassungsvermögen transportiert –, kann gar nicht schnell genug hinterherschieben: „Aber nicht am Ballermann!“ Es ist der Insel nur zu wünschen, dass dieser Pilotversuch dem Druck der Branche standhält.

Die Tränen der Trinktouristen werden schnell trocknen, irgendwo auf der Welt ist schließlich immer „Happy Hour“. Und irgendein Fleckchen wird die durstigen Deutschen schon mit offenen Armen empfangen. (NUZ13/JUL.00105 Nürnberger Zeitung, 02.07.2013, S. 2; Alkoholverbot am Ballermann - Nächtliche Saufgelage im Eimer)
Historisches zum Vorglühen

Rundgang ganz ohne süßen Wein

Am Sonntag, 8. Dezember, führt ein kurzweiliger Rundgang durch mehrere Jahrhunderte Fürther Historie. Unterhaltsame, interessante und überraschende Geschichten erzählen anschaulich, wie Fürth zu dem wurde, was es heute ist. Vorglühen mit historischen Geschichten anstatt mit Alkohol sind eine perfekte Vorbereitung auf einen entspannten Besuch der Fürther Altstadtweihnacht, die im Anschluss mit Glühwein, vielen Leckereien und guter Unterhaltung lockt! (NUZ13/DEZ.00505 Nürnberger Zeitung, 06.12.2013, S. 25; Historisches zum Vorglühen - Rundgang ganz ohne süßen Wein)
Historisches zum Vorglühen

Rundgang ganz ohne süßen Wein

Am Sonntag, 8. Dezember, führt ein kurzweiliger Rundgang durch mehrere Jahrhunderte Fürther Historie. Unterhaltsame, interessante und überraschende Geschichten erzählen anschaulich, wie Fürth zu dem wurde, was es heute ist. Vorglühen mit historischen Geschichten anstatt mit Alkohol sind eine perfekte Vorbereitung auf einen entspannten Besuch der Fürther Altstadtweihnacht, die im Anschluss mit Glühwein, vielen Leckereien und guter Unterhaltung lockt!

Der Rundgang startet um 11 Uhr am Gauklerbrunnen am Grünen Markt. Kostenpunkt: 5 Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Fürther Altstadtweihnacht am Waagplatz ist vom 6. bis 15. Dezember jeweils Montag bis Freitag von 16.30 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 13 bis 20 Uhr geöffnet. Täglich um 20 Uhr beschließt der Nachtwächter den Markt und schickt die Besucher auf traditionelle Art auf den Heimweg. (NUZ13/DEZ.00505 Nürnberger Zeitung, 06.12.2013, S. 25; Historisches zum Vorglühen - Rundgang ganz ohne süßen Wein)
für Alkohlverbotszonen vor allem dort, wo Jugendliche verstärkt anlanden, schon ziemlich weit gediehen: im Bereich der Diskotheken, in der Altstadt und rund um den Hauptbahnhof. Erfahrungen in anderen Städten zeigen, dass sich solche Verbote relativ schnell herumsprechen und nach einer Übergangszeit auch weitgehend befolgt werden.

Gründe für den anhaltenden Trend zum Alkoholkonsum unter Jugendlichen sind pauschal nur schwer auszumachen. Nicht einmal das Elternhaus oder das soziale Umfeld lassen Rückschlüsse zu. Denn eine Rauscherfahrung gehört offensichtlich dazu wie

der erste Kuss, die erste Zigarette, der erste Schwips. Das sind Episoden, die zum Erwachsenwerden gehören. Bedenklich wird es erst, wenn ein Gewöhnungsfaktor hinzu kommt; wenn das „Vorglühen“ mit preiswertem Wodka – die Flasche oft billiger als ein Rotwein mittlerer Qualität – zum regelmäßigen Wochenenderlebnis wird.

Es ist deshalb kaum verwunderlich, dass auch Marlene Mortler, die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, sich des Themas annimmt und deutliche Warnungen ausspricht. Mussten doch im vergangenen Jahr 26 300 Kinder und Jugendliche mit Vergiftungssymptomen in Krankenhäusern versorgt werden.

Es sei an der Zeit, dass ein gesellschaftliches Umdenken zu einem verantwortungsvollen Alkoholkonsum stattfinde, heißt es im üblichen Sozial-Jargon aus Marlene Mortlers Behörde. Wie das zu bewerkstelligen ist, wird leider nicht gesagt. Auch an schärfere Gesetze, beziehungsweise höhere Alkoholsteuern ist offenbar nicht gedacht. Dass die legale Droge Alkohol, und insbesondere die Folgen der Sucht, die Gesellschaft teuer zu stehen kommen, bleibt ebenfalls unerwähnt. (NUZ14/APR.00843 Nürnberger Zeitung, 10.04.2014, S. 2; Alkohol im öffentlichen Raum - Trinken bis zum Abwinken)
NZ-Gespräch mit Nürnbergs Polizeichef Hermann Guth

Ist ein Alkoholverbot durchsetzbar?

Es ist eine traurige Tatsache: Alkohol fördert die Aggressivität und die Gewaltbereitschaft. Besonders unter jungen Disko-Besuchern, die vor der Party kräftig „vorglühen“, nehmen die Schlägereien seit Jahren deutlich zu. Das Ordnungsamt der Stadt Nürnberg will nun Verbotszonen ausweisen, in denen Alkoholgenuss auf öffentlichen Straßen und Plätzen untersagt ist. Durchsetzen müsste das aber die

Polizei. Sind die Ordnungshüter glücklich über die zusätzliche Arbeit? Ein NZ-Gespräch mit Nürnbergs Polizeichef Hermann Guth.

NZ: Wie steht die Polizei zu den Verbotsplänen des Ordnungsamtes? (NUZ14/MAI.00340 Nürnberger Zeitung, 06.05.2014, S. 9; NZ-Gespräch mit Nürnbergs Polizeichef Hermann Guth - Ist ein Alkoholverbot durchsetzbar)
Guth:

Die Örtlichkeiten, die die Stadt Nürnberg im Fokus hat, befinden sich noch in der Definitionsphase. Gleichwohl geht es uns vor allem um die drei Ausgehtage von Donnerstag bis Samstag. Da sind wir schon jetzt präsent. Wenn die Verordnung in Kraft tritt, werden wir unsere Präsenz, zumindest in der Anfangsphase, noch weiter verstärken, um klare Zeichen zu setzen.

NZ: Kritiker befürchten, dass Alkoholverbote nur zu einem Verlagerungsprozess führen. Dass also junge Disko- Gänger einfach an anderen Orten „vorglühen“ – und deshalb nicht minder alkoholisiert und aggressiv sind.

Guth:


Bei jeder Verstärkung der polizeilichen Präsenz wird gemutmaßt, dass es zu einem Verdrängungsprozess kommt. Im konkreten Fall gilt es, die Entwicklungen zu beobachten, um auch darauf zu reagieren. (NUZ14/MAI.00340 Nürnberger Zeitung, 06.05.2014, S. 9; NZ-Gespräch mit Nürnbergs Polizeichef Hermann Guth - Ist ein Alkoholverbot durchsetzbar)
Der Nie-mehr-warten-PC

Ein Windows-PC ist wie ein alter Dieselmotor: Nach dem Starten ist zunächst Geduld gefragt â’ beim Diesel zum


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