Institut für Deutsche Sprache, Mannheim



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Vorglühen war gestern, jetzt gibt’s Frühglühen Runter vom Sofa!

Der wohl unbeliebteste Monat des Jahres ist schon zu einem guten Drittel überstanden. Oder, was noch besser klingt: Nach diesem Wochenende ist bereits Halbzeit. Und besonders kalt war der November bislang auch nicht. Fast wie Oktober, nur nicht so golden. Eines aber ändert sich nicht: Es bleibt der Monat mit den stillen Feiertagen. Am Sonntag ist es mal wieder so weit: Volkstrauertag. Das bedeutet, am Samstag ist um Mitternacht Schluss mit lustig – und Schluss mit laut. Tanzverbot! (NUZ10/NOV.01134 Nürnberger Zeitung, 12.11.2010, S. 1; Partys am Wochenende - Vorglühen war gestern, jetzt gibt’s Frühglühen)


Eines aber ändert sich nicht: Es bleibt der Monat mit den stillen Feiertagen. Am Sonntag ist es mal wieder so weit: Volkstrauertag. Das bedeutet, am Samstag ist um Mitternacht Schluss mit lustig – und Schluss mit laut. Tanzverbot!

Das Abendangebot ist am Samstag dementsprechend, nun ja, traurig. Interessant dürfte jedoch das Konzert von Nosie Katzmann werden: Dieser Typ hat bereits etliche Hits geschrieben – für fragwürdige bis furchtbare Interpreten wie Scooter, Culture Beat oder Captain Hollywood. Nun spielt er seine Dance-Hits mit einer richtigen Band als Folk, Country oder Americana. Ab 22 Uhr im Künstlerhaus (Königstraße).

Einen gewissen Charme hat auch das Partymotto im Wilderer (Marienstraße): Nicht Vorglühen, sondern „Frühglühen“ lautet der Befehl, wenn die Feier früh beendet werden muss. Von 18 bis 23.59 Uhr wird beim Glühen noch ordentlich mit Ska und Punk eingeheizt. Im Club Stereo (Klaragasse) spielt die Indiepop-Band Newman. Tja, und das war’s dann schon mit interessanten Terminen am Samstag. Dafür ist am heutigen Freitag umso mehr geboten.

Mousse T. besucht die Indabahn (Hauptbahnhof), denn da wird der sechste Geburtstag gefeiert. Aber nicht von der Indabahn. Sondern vom Indaba! Der Club ohne Bahn, der einst am Kornmarkt stand – bis zum Brand. Der wäre jetzt sechs Jahre alt geworden. (NUZ10/NOV.01134 Nürnberger Zeitung, 12.11.2010, S. 1; Partys am Wochenende - Vorglühen war gestern, jetzt gibt’s Frühglühen)


StadtLandPlus

Ab dem 1. Januar 2011 darf in Nürnbergs Bussen und Bahnen kein Alkohol mehr getrunken werden. Eine eindeutige Sache? Keineswegs. Denn das Verbot gilt nur für Verkehrsmittel der VAG. Nicht aber für die S-Bahn, denn die wird von der Deutschen Bahn betrieben. Das bedeutet: Ein Nachtschwärmer kann zum Beispiel in Fischbach in die S-Bahn steigen und sich bis zum Hauptbahnhof die Kante geben. Erst wenn er dort umsteigt, sitzt er auf dem Trockenen. Vorglühen kann man also künftig nicht nur fürs Feiern, sondern auch schon fürs Umsteigen.

Die Landjugend hat dabei naturgemäß mehr Zeit zum Vorglühen in der S-Bahn: Wer etwa von Altdorf anreist, kann bis zum Hauptbahnhof eine halbe Stunde lang Alkohol trinken. Wenn da Wodka oder Ähnliches getankt wird, reicht das für einen Vollrausch bei der Ankunft in Nürnbergs Zentrum. In diesem Zustand darf man dann ungestraft in die U-Bahn wanken. Dabei sind das Problem für die anderen Fahrgäste eben nicht Trinkende, sondern Betrunkene!

In den Läden am Hauptbahnhof kann man sich übrigens reichlich mit Alkoholika eindecken. Und wieder leuchten die Augen der Fahrgäste vom Lande. (NUZ10/NOV.01562 Nürnberger Zeitung, 17.11.2010, S. 1; Alkoholverbot in Bus und Bahn - Ein Verbot mit vielen Fragezeichen)

Ab dem 1. Januar 2011 darf in Nürnbergs Bussen und Bahnen kein Alkohol mehr getrunken werden. Eine eindeutige Sache? Keineswegs. Denn das Verbot gilt nur für Verkehrsmittel der VAG. Nicht aber für die S-Bahn, denn die wird von der Deutschen Bahn betrieben. Das bedeutet: Ein Nachtschwärmer kann zum Beispiel in Fischbach in die S-Bahn steigen und sich bis zum Hauptbahnhof die Kante geben. Erst wenn er dort umsteigt, sitzt er auf dem Trockenen. Vorglühen kann man also künftig nicht nur fürs Feiern, sondern auch schon fürs Umsteigen.

Die Landjugend hat dabei naturgemäß mehr Zeit zum Vorglühen in der S-Bahn: Wer etwa von Altdorf anreist, kann bis zum Hauptbahnhof eine halbe Stunde lang Alkohol trinken. Wenn da Wodka oder Ähnliches getankt wird, reicht das für einen Vollrausch bei der Ankunft in Nürnbergs Zentrum. In diesem Zustand darf man dann ungestraft in die U-Bahn wanken. Dabei sind das Problem für die anderen Fahrgäste eben nicht Trinkende, sondern Betrunkene!

In den Läden am Hauptbahnhof kann man sich übrigens reichlich mit Alkoholika eindecken. Und wieder leuchten die Augen der Fahrgäste vom Lande. Denn auf den meisten Bahnhöfen außerhalb des Stadtgebietes gibt es ja nicht mal Cola-Automaten. Wer will, kann hier harten Stoff kaufen, um nach kurzer VAG-Durststrecke nochmals vor der Club- oder Kneipentür zu bechern. (NUZ10/NOV.01562 Nürnberger Zeitung, 17.11.2010, S. 1; Alkoholverbot in Bus und Bahn - Ein Verbot mit vielen Fragezeichen)
Oktoberfestes nach München fährt, fließen im Waggon literweise Bier. Das ist kein Zustand. Meiner Mei-

nung nach wäre Aufklärungsarbeit wie beim Rauchen jedoch wirksamer.“

Kim Galster, 21, hat bis jetzt noch keine Veränderungen in den Verkehrsmitteln durch das Verbot erkennen können: „Die meisten trinken trotzdem und es beschwert sich niemand darüber. Eine Geldstrafe fände ich gut, Schwarzfahrer müssen schließlich auch zahlen. Selbst betrifft mich das sowieso nicht. Ich bin doch schon zu alt zum Vorglühen.In meinem Alter macht man das nicht mehr.“

Umfrage: Pia Ratzesberger

Fotos: Hagen Gerullis (NUZ11/JAN.01203 Nürnberger Zeitung, 15.01.2011, S. 1; Umfrage zum neuen Alkoholverbot der VAG - „Die meisten trinken trotzdem)
Doch die De-Facto-Freigabe der Öffnungszeiten hatte andere Folgen als erwartet: Der Bedarf bei den normalen Kneipenbesuchern nach längeren Öffnungszeiten war offenbar gering, so dass die meisten Gaststätten in Nürnberg ihre Öffnungszeiten nicht verlängert haben, weil es sich nicht rechnet.

Rein formal gesehen stieg die Anzahl von Gewaltanwendungen unter Alkoholeinfluss nach der Reduzierung der Sperrstunde deutlich. Doch die Annahme, eine kurze Sperrstunde führe zu mehr Straftaten unter Alkoholeinfluss, dürfte nicht zu halten sein: Zum einen befinden sich die meisten Gewaltherde in Nürnberg im Umfeld von Diskotheken, die schon immer eine Ausnahmegenehmigung bei der Sperrstunde hatten, und es wurde dort auch früher schon heftig gezofft. Zum anderen wird einfach mehr außerhalb von Gaststätten gesoffen: Vorglühen mit billigem Fusel in Bussen und Bahnen, in Parks und in der Fußgängerzone. Hochprozentiges wird von einzelnen beim Rauchen auf der Straße und im Nachgang von Kneipenbesuchen getrunken. Am Ende landet man dort, wo noch getanzt wird. Mit einer Veränderung der Sperrstunde kommt man diesem veränderten Sozialverhalten nicht bei.

Eine Form

des Protests? (NUZ11/FEB.00875 Nürnberger Zeitung, 09.02.2011, S. 11; Kontra Sperrstunde - Die Liberalität einer Großstadt)


Betrunkene zur Räson bringen

Sorge bereiten der Nürnberger Polizei allerdings die alkoholbedingten Delikte, die rund um die Veranstaltungsorte registriert werden. Immer wieder werden übermäßig Alkoholisierte, vor allem junge Menschen, aufgegriffen und können oft erst durch Polizeibeamte zur Räson gebracht werden. Dabei werden zudem wiederholt Körperverletzungsdelikte registriert sowie Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz zur Anzeige gebracht.

Die Polizei überwachte besonders in der Nacht des Faschingsdienstags das sogenannte „Vorglühen“ im Umfeld der Discothekenareale. Dazu einige Beispiele aus der Innenstadt: Ein 16-Jähriger kaufte in einem Supermarkt eine Flasche Prosecco, die er anschließend an eine 15-Jährige weitergab. Die Polizei ermittelt nun gegen die Verantwortlichen. Mit einem falschen Personalausweis erwarb ein 17-Jähriger eine Flasche Wodka. Gegen den Jugendlichen wird wegen Ausweismissbrauchs ermittelt.

Ein 17-Jähriger wurde auf einem Parkplatz aufgegriffen, weil er große Mühe hatte, sich auf den Beinen zu halten. Ein Alkotest ergab, dass der Jugendliche deutlich unter Alkoholeinwirkung stand. Der junge Mann wurde in die Obhut seiner Freunde übergeben, die ihn umgehend nach Hause brachten.

Gegen 20.30 Uhr nahm eine Streife in der Innenstadt zwei Mädchen mit mehr als 1 Promille Alkohol im Blut in Gewahrsam und übergab sie ihren Eltern. (NUZ11/MAR.00812 Nürnberger Zeitung, 10.03.2011, S. 9; Faschingsbilanz aus Polizeisicht - Jugendliche teilweise sehr aggressiv)
Gegen 20.30 Uhr nahm eine Streife in der Innenstadt zwei Mädchen mit mehr als 1 Promille Alkohol im Blut in Gewahrsam und übergab sie ihren Eltern.

Gegen Mitternacht gerieten sich mehrere Halbwüchsige in die Haare. Auch hier hatten die beiden Hauptbeteiligten Werte zwischen 1,8 und 2 Promille. Ein Ermittlungsverfahren ist eingeleitet. Die Alkoholisierten kamen in eine Klinik. Weiterhin geht aus dem Bericht hervor, dass es die Streifen der Inspektion Mitte mit etlichen angetrunkenen und teils hochgradig aggressiven jungen Leuten zu tun hatten. Die Streifen vor Ort mussten massiv auf die Streithähne einwirken, um weitere Aggressionsdelikte zu verhindern.

Die Nürnberger Polizei kündigte deshalb an, weiterhin – in enger Kooperation mit der Sicherheitsbehörde und mit Veranstaltern – ihr spezielles Augenmerk auf das „Vorglühen“ Jugendlicher im Umfeld der Veranstaltungen zu richten und Erwachsene, die verbotenerweise Alkohol an Jugendliche abgeben, zur Verantwortung zu ziehen.Dieter Wegener (NUZ11/MAR.00812 Nürnberger Zeitung, 10.03.2011, S. 9; Faschingsbilanz aus Polizeisicht - Jugendliche teilweise sehr aggressiv)
„Marco W.“ auf Sat.1

Es gutmenschelt im türkischen Gefängnis Glotzen statt kleckern

Mit Alkopops vorglühen, gegenseitig am Knie herumnesteln, dann der wenig romantische Abgang. Was noch in dem Hotelzimmer in Antalya vorging, mutierte zum Aufreger des Sommers 2007. Der 17-jährige Marco Weiss erzählt von Streicheln und Ejaculatio praecox. Seine Gespielin, fatalerweise eine erst 13-jährige Engländerin, spricht dagegen von Vergewaltigung. 247 Tage saß der junge Mann im türkischen Gefängnis. Sat.1 hat den Fall jetzt verfilmt.

Im Mittelpunkt: der tapfere Marco (Vladimir Burlakov) und seine noch tapferere Löwenmutter. Und wer wäre für diese Rolle besser geeignet als die Mutter Courage des deutschen TV-Dramas? Veronica Ferres hat ja bereits der Stasi, den Nazis und der Russenmafia Paroli geboten. Was ist da schon die türkische Justiz? (NUZ11/MAR.02253 Nürnberger Zeitung, 24.03.2011, S. 1; „Marco W.“ auf Sat.1 - Es gutmenschelt im türkischen Gefängnis)


Fünf Trompeten, vier Posaunen, Horn und Tuba – alles Absolventen und Studenten der Nürnberger Musikhochschule im schwarzen Hemd. Bschorr, ansonsten Soloposaunist der Nürnberger Philharmoniker, steht mit roter Krawatte mittendrin und dirigiert neben Gershwin und Händel auch ein Stück der Hochschulkollegin Vivienne Olive. Im vergangenen Herbst hat das Ensemble eine CD eingespielt, die erste dieser Bläsergruppe seit ihrer Gründung vor drei Jahren. Wer „Ragtimes and Sad Songs“ der BlackBlazer hören möchte, kann den Bus-Shuttle aus Nürnberg nutzen: Abfahrt um 17.45 Uhr an der Hochschule für Musik, Veilhofstraße 34, um 18 Uhr am Zentralen Busbahnhof Nürnberg, Ankunft in Neumarkt um 18.30 Uhr, dann Vorglühen mit einem Glas Prosecco.

An der Neumarker Hochschul-Dépendance gibt es nach den BlackBlazern bis zum Semesterende noch drei weitere Konzerte der Reihe „Hochschulklänge“: Wolfgang Manz erinnert am Klavier an Franz Liszts 200. Geburtstag (17. 5.), Silvan Koopmann rückt mit seiner ganzen Hochschul-Bigband an (3. 6.) und Daniel Gaede gibt mit Xuesu Liu einen klassischen Violine/Klavier-Abend (8. 7.). um

Für alle genannten Konzerte: 10 Euro für die Einzelkarte (Abendkasse im Reitstadel oder Vorverkauf an der Hochschule unter 0911/2318445) und 25 Euro für Eintritt, Fahrt, Prosecco. (NUZ11/APR.00266 Nürnberger Zeitung, 04.04.2011, S. 10; Per Bus zu den BlackBlazern)
Aufgrund des intensiven Engagements von Jugendcoach Frank Gerster, der sich inzwischen dem SV Krefeld 73 angeschlossen hat, erlebte die Nachwuchsabteilung einen regelrechten Boom. Mit dem Ziel, eine gesunde Mischung aus den überwiegend 17- bis 19-jährigen Talenten und den alten Haudegen zu finden, wollte sich Pache auf sein Traineramt konzentrieren. Schneller als ihm lieb war, musste der langjährige Spielertrainer aber selbst wieder ins Wasser.

„Ein Papa ist nach Hannover gezogen und hat seine drei Söhne mitgenommen. Andere Jugendliche hatten mit Motivationsschwierigkeiten zu kämpfen oder schlichtweg keinen Bock. Da war plötzlich der Geburtstag des Wellensittichs wichtiger“, sagt der 39-Jährige. Statt ins Training zu gehen oder zum Auswärtsspiel zu fahren, bekam der Trainer regelmäßig Sätze wie „Da müssen wir vorglühen“ oder „In der Disco ist freier Eintritt“ zu hören. „Da bist du einfach nur sprachlos. Meinen die das wirklich ernst?“, fragt sich der frustrierte Herzblut-Wasserballer und kennt die Antwort.

Nach und nach dezimierte sich der Kader. „Im ersten Ligaspiel sind wir noch mit sieben Jugendlichen und sechs Älteren angetreten, gegen Ingolstadt waren es schon neun Ältere und drei Jugendliche“, erklärt Pache. Während das Auftaktspiel beim SV Würzburg II wie die Partie gegen PL Salzburg – die Österreicher verfügen derzeit über keine eigene Halle und spielen als Trainingsersatz auch in der Oberliga Bayern – verloren gingen, stellte sich mit dem Einsatz der bewährten Stammkräfte wieder der Erfolg ein. (NUZ11/APR.00450 Nürnberger Zeitung, 05.04.2011, S. 4; Umbruch bei den Barracudas ist misslungen - Haudegen müssen das Ruder herumreißen)
4137 dieser Taten fallen allein in den genannten drei Nächte zwischen 20 Uhr und 6 Uhr früh. Jeder zweite Übergriff ereignet sich in diesen Nächten zwischen 1 und 6 Uhr. Und: 40 Prozent der Tatverdächtigen stehen regelmäßig unter Alkohol.

Im Kampf gegen diese Auswüchse setzt die Polizei auf Prävention und Aufklärung – sowohl in den Schulen als auch über die Beratungsstelle im Zeughaus an der Pfannenschmiedsgasse. Vor allem aber wäre es „aus polizeilicher Sicht wünschenswert, wieder Sperrzeiten einzuführen“, formuliert Nürnbergs Polizeichef Hermann Guth zurückhaltend.

Dass sich Alkohol-Konsum und Feierlichkeiten dann auf die Straßen verlagern würden, befürchtet Guth ebenso wenig wie Polizeipräsident Johann Rast. Das „Vorglühen“ bei jungen Menschen bzw. das „Saufen aus dem Kofferraum“ sei stets vor dem Besuch von Veranstaltungen bzw. Lokalitäten zu beobachten. Zudem bedeuten längere Sperrzeiten nicht automatisch, dass alle Lokale bzw. Discos früher schließen müssten, so Rast. Im Gegenteil werde es für die Stadt als Ordnungsbehörde lediglich leichter, unzuverlässige Wirte vom nächtlichen Ausschank ein Stück weit auszuschließen.

Generell spielt bei jungen Straftätern Alkohol mit zunehmendem Alter eine immer größere Rolle. Bei den mutmaßlichen Tätern im Kindesalter (unter 14 Jahren) waren 2010 gerade einmal 1,7 Prozent alkoholisiert. Unter jugendlichen Tatverdächtigen (14 bis 17 Jahre) registriertete die Polizei bereits 15,5 Prozent Alkoholanteil (Zunahme im Jahresvergleich: 6,2 Prozentpunkte), bei den Heranwachsenden (18 bis 20 Jahre) waren es bereits 26,7 Prozent. (NUZ11/APR.00495 Nürnberger Zeitung, 06.04.2011, S. 14; Polizei wünscht sich längere Gaststätten-Sperrzeiten in Nürnberg)


Alkohol bei Kindern und Jugendlichen

Eltern sollten sich Hilfe holen



Vorglühen, Flatrate-Trinken, Komasaufen. Der exzessive Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Und die Fachleute sind ratlos.

Diplompsychologe Lutz Knoll von der Kinderpsychiatrie am Nord-Klinikum glaubt, dass eine Veränderung der jugendlichen Trinkkultur – weg vom Bier, hin zu harten Mixgetränken mit geschmacklosem Wodka – für den Anstieg verantwortlich ist. „Die meisten Heranwachsenden wollen beim Trinken nur ein gutes Gefühl haben und rutschen dann in eine gefährliche Promillegrenze hinein.“ Es könnte aber auch sein, dass Eltern sensibler geworden sind und betrunkene Kinder häufiger in die Klinik fahren, sagt Knoll. Die meisten Vollrausch-Patienten seien um die 14 Jahre alt. (NUZ11/JUL.01881 Nürnberger Zeitung, 19.07.2011, S. 2; Alkohol bei Kindern und Jugendlichen - Eltern sollten sich Hilfe holen)


Es droht eine Zeit des Wartens

Das deutsche Intendantenkarussel dreht sich, das kommende Jahr ist eine Überganszeit. Bis 2013 stehen an den Bühnen zahlreiche Führungswechsel bevor.

Hamburg wartet auf die neue Schauspielhaus-Intendantin Karin Beier, die vom „Theater des Jahres“ 2011, dem Schauspiel Köln, in die Hansestadt wechselt. Zum „Vorglühen“ zeigte sie dort schon einmal ihre auch beim Berliner Theatertreffen gefeierte Jelinek-Inszenierung „Das Werk/Im Bus/Ein Sturz“ – und wurde prompt als neue Hoffnungsträgerin des Hamburger Hauses bejubelt, dem Intendant Friedrich Schirmer wegen „gravierender Unterfinanzierung“ den Rücken gekehrt hatte. Die Nachfolge von Beier in Köln soll der Regisseur Stefan Bachmann antreten.

In Berlin, wo es weiter kein eigenständiges Kulturressort gibt, muss der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die Nachfolge von Armin Petras am Maxim Gorki Theater regeln. Enttäuscht von der nach seinen Worten mangelnden finanziellen Unterstützung des Landes Berlin und des Regierenden Bürgermeisters nahm Petras ein „verlockendes Angebot“ aus Stuttgart an. 2013 tritt der unter dem Namen Fritz Kater auch als Theaterautor bekannte Petras die Nachfolge von Hasko Weber als Intendant des Stuttgarter Staatstheaters an, von dem übrigens Schirmer einst nach Hambur (NUZ11/DEZ.00676 Nürnberger Zeitung, 07.12.2011, S. 8; Theaterjahr 2012 - Es droht eine Zeit des Wartens)


Samstagnacht im Hauptbahnhof. Seit gut zweieinhalb Jahren schwappt die Welle der Gewalt immer stärker aus der Stadt in die Bahnhofshallen. Anfangs musste die Bundespolizei zumeist Schlägereien mit zwei, drei Beteiligten schlichten. Inzwischen geraten sich in den Ausgeh-Nächten zum Samstag und zum Sonntag immer häufiger ganze Gruppen in die Haare.

37 Prozent mehr Körperverletzungen im Jahresvergleich 2010/2011 hat Polizeihauptkommissar Torsten Lehmann für den Hauptbahnhof ausgemacht. Im gesamten Inspektionsbereich der Bundespolizei Nürnberg ist die Gewalt in den Monaten Januar bis November zurückgegangen, so der Statistik-Beauftragte.

Das Programm ist an jedem Wochenende gleich. Vorglühen bis Mitternacht, abfeiern in der Disco. Und ab 4Uhr morgens, wenn die Tanzlokale allmählich dicht machen, bewegen sich die Pulks der Partygänger zum Hauptbahnhof zurück. Während draußen in der Stadt das Ladenschlussgesetz regiert, gibt es in der relativ warmen, wetterfesten Osthalle Essen und Alkohol satt. „Das ist die schwierigste Zeit“, sagt Reinhold Balk, Erster Polizeihauptkommissar und stellvertretender Leiter der Bundespolizei-Inspektion am Bahnhofsplatz.

Denn mit dem Promillepegel hat auch das Aggressionspotenzial der zwischen 18 und 30 Jahre alten Nachtschwärmer einen Höhepunkt erreicht. Eine Kleinigkeit reicht oft, um Fäuste fliegen zu lassen: Als ein 19-Jähriger auf der Metalltreppe im McDonald’s zu Fall kommt, lacht ein anderer Partygänger laut auf. (NUZ11/DEZ.01378 Nürnberger Zeitung, 14.12.2011, S. 9; Im Hauptbahnhof muss die Bundespolizei an jedem Wochenende mit massiver Verstärkung anrücken)


In Zivil gegen Alkoholmissbrauch

ANSBACH — Sie sitzen in Parks oder auf dem Parkplatz vor der Disko und reichen ihre Orangen-Tetrapacks in die Runde weiter. Eigentlich könnte das Bild freuen, haben sich doch die Minderjährigen augenscheinlich für Vitamine statt Wodka entschieden. Wer allerdings an den Packungen riecht, erkennt schnell, dass die Hülle nur Tarnung ist – denn aus der Öffnung strömt Hochprozentiges in die Nase. Später, im berauschten Zustand, geht es dann zur Party.



Vorglühen nennen es die einen, Alkoholmissbrauch die anderen. Für die Polizei ist das Verhalten der Jugendlichen eine Reaktion auf die Veranstalter. Denn die halten sich immer mehr an das Jugendschutzgesetz, wollen Ausweise sehen und schenken keinen Alkohol an Minderjährige aus, erklärt Robert Schmitt, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Und noch ein weiteres Phänomen wird beobachtet – das „Kofferraumsaufen“. Hier wird einfach der Kofferraum eines Pkw zum Depot für allerlei Alkohol.

Seit über einem Jahr gehen nun Beamte in West-Mittelfranken mit einem neuen Konzept gegen den Alkoholmissbrauch vor, besonders in den Kreisen Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen. So kontrollieren Teams von vier jungen Beamten in Zivil das Umfeld von Veranstaltungen – vor allem in den Sommermonaten. (NUZ11/DEZ.01495 Nürnberger Zeitung, 15.12.2011, S. 17; Polizei setzt auf neues Konzept in West-Mittelfranken - In Zivil gegen Alkoholmissbrauch)


und Polizei nicht weniger als

400 Jugendliche wegen unerlaubten Alkoholgenusses an.

Vorglühen“ gehört für viele Jugendliche und Heranwachsende inzwischen zum guten Ton. Auf dem Weg zu Veranstaltungen wird ordentlich gebechert – um in Stimmung zu kommen und um zum Beispiel in der Disco weniger Geld ausgeben zu müssen. Zu den einschlägigen Veranstaltungen gehört ein regelmäßiges Angebot, das sich vor allem an Minderjährige richtet. Das bildete den Anlass für die gemeinsame Aktion von Polizei, Jugendamt und VAG am vergangenen Freitag zwischen 18 und 1 Uhr.

Im U-Bahnhof Hauptbahnhof gingen die Einsatzkräfte auf Streife. Schon ab 19 Uhr strömten dort junge Menschen aus ganz Mittelfranken ein. Polizisten, VAG-Verkehrsmeister und Jugendamts-Mitarbeiter beobachteten, dass schon an den Hauptbahnhof-Schließfächern erhebliche Mengen harter Alkoholika – vor allem Wodka – getrunken werden (die NZ berichtete im Dezember). (NUZ12/JAN.02307 Nürnberger Zeitung, 26.01.2012, S. 2; Schwerpunkt-Kontrollen ergaben: Am Wochenende steigt der Alkoholkonsum in U-Bahnen)


60 branntweinhaltige Getränke (überwiegend Wodka).

Vier Jugendliche waren so stark alkoholisiert (mehr als zwei Promille), dass sie in Gewahrsam genommen werden mussten. Ein Minderjähriger kam in die Entgiftungsstation des Nord-Klinikums. Außerdem zeigte die Polizei einen Erwachsenen an, der Branntwein an Jugendliche verkauft haben soll. Ein Minderjähriger kassierte eine Anzeige, weil er seinen Ausweis gefälscht hatte, um an Alkohol zu kommen.

Laut Polizei ist das „Vorglühen“ auch bei sogenannten 16-er Partys ein großes Problem. Erwachsene, die Alkohol verbotswidrig an Minderjährige abgeben, können mit erheblichem Bußgeld belegt werden. Schon eine Flasche Wodka kann mit rund 1000 Euro geahndet werden. tig (NUZ12/FEB.01153 Nürnberger Zeitung, 13.02.2012, S. 7; Erneute Schwerpunktkontrolle - 200 Jugendliche hatten Alkohol)
wird Wettbewerbsnachteil

Die fehlende Frauenquote erweist sich für deutsche Firmen als Nachteil. Denn um öffentliche Aufträge in Ländern wie Spanien oder Frankreich ergattern zu können, ist eine Frauenquote Voraussetzung. (Kommentar S.2, Wirtschaft S.28)

Vorglühen“ für die Disco:

Jugendamt steuert gegen

Vorglühen für Partys und Disco-Besuche ist ein bundesweites Phänomen. Schon 16-Jährige machen sich mit Schnaps „locker“ fürs Nachtleben. Das Nürnberger Jugendamt will mit Kontrollen gegensteuern. (Nürnberg S. 9) (NUZ12/MAR.02334 Nürnberger Zeitung, 26.03.2012, S. 1; Heute lesen Sie:)
„Vorglühen“ für die Disco:

Jugendamt steuert gegen



Vorglühen für Partys und Disco-Besuche ist ein bundesweites Phänomen. Schon 16-Jährige machen sich mit Schnaps „locker“ fürs Nachtleben. Das Nürnberger Jugendamt will mit Kontrollen gegensteuern. (Nürnberg S. 9)

Sind Kaufhäuser

noch zeitgemäß? (NUZ12/MAR.02334 Nürnberger Zeitung, 26.03.2012, S. 1; Heute lesen Sie:)
Erneute Schwerpunkt-Kontrolle von Polizei, Jugendamt und VAG: 190 Jugendliche hatten Schnaps dabei

Vorglühen mit Wodka für die Disco-Nacht

Die jugendlichen Kampftrinker werden weniger. Doch nach wie vor gehört das „Vorglühen“ zum Party- und Disco- Besuch junger Menschen – auch unter 15- und 16-Jährigen. Mit Schwerpunkt- Kontrollen im Umfeld von Jugend- Discos versuchen Jugendamt und Polizei seit Januar vermehrt gegenzusteuern. Am Samstag fand die dritte Aktion statt – mit ersten Erfolgen, wie die Polizei meint.

Der 17-Jährige in T-Shirt und schwarzem Sakko hat Erfahrung. Cool, lässig antwortet er den zwei Bundespolizisten, die ihn und seine zwei Begleiter in der Mittelhalle des Hauptbahnhofs gestoppt haben. Ja, in der Orangensaft-Flasche ist auch Wodka. Klar will er die Plastikflasche freiwillig herausgeben.


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