Institut für Deutsche Sprache, Mannheim



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Vorglühen als Problem

Dort, wo in einem organisierten und deshalb kontrollierbaren Rahmen Alkohol getrunken wird, am Kohlenhof oder in den Diskotheken auf dem Klingenhof-Areal, hat die Polizei die Verquickung von Alkohol und Gewalt eigenen Angaben zufolge einigermaßen im Griff.

Die Zeiten, in denen die Polizei alle Beamten aus Nürnberg und Fürth am Kohlenhof zusammenziehen musste, sind laut Hauptmannl vorbei. Auch deshalb, weil Wirte und Sicherheitsbehörden mittlerweile an einem Strang ziehen. Das Vorglühen aber bleibt ein Problem; ein Problem, das die Polizei alleine nicht lösen kann. (NUN10/MAR.01947 Nürnberger Nachrichten, 17.03.2010, S. 9; Straftaten im Suff - Leichter Anstieg der Kriminalität in Nürnberg)
Vorglühen als Problem

Dort, wo in einem organisierten und deshalb kontrollierbaren Rahmen Alkohol getrunken wird, am Kohlenhof oder in den Diskotheken auf dem Klingenhof-Areal, hat die Polizei die Verquickung von Alkohol und Gewalt eigenen Angaben zufolge einigermaßen im Griff.

Die Zeiten, in denen die Polizei alle Beamten aus Nürnberg und Fürth am Kohlenhof zusammenziehen musste, sind laut Hauptmannl vorbei. Auch deshalb, weil Wirte und Sicherheitsbehörden mittlerweile an einem Strang ziehen. Das Vorglühen aber bleibt ein Problem; ein Problem, das die Polizei alleine nicht lösen kann.

Hauptmannl plädiert deshalb wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann dafür, den Zugang zu Alkohol zu erschweren. Er fordert eine Gesetzesänderung analog zu Baden-Württemberg, wonach Alkohol nicht mehr rund um die Uhr an Tankstellen verkauft werden darf. Der Polizeichef scheut klare Worte nicht: „Sonst werden wir der Entwicklung nicht mehr Herr.“

Die Entwicklung ist insgesamt gesehen, beim Blick auf die nackten Zahlen der Statistik, allerdings alles andere als negativ. Es gibt eine ganze Reihe erfreulicher Trends; an erster Stelle steht der Rückgang der erfassten Straftaten um mehr als 3000 Delikte oder 3,2 Prozent auf 94321 Delikte in Mittelfranken im vergangenen Jahr — auch noch auf einem Feld, das von den Bürgern besonders wahrgenommen wird; bei den sogenannten Rohheitsdelikten, bei Körperverletzungen in der Öffentlichkeit beispielsweise, die der Polizei in den vergangenen Jahren ar (NUN10/MAR.01947 Nürnberger Nachrichten, 17.03.2010, S. 9; Straftaten im Suff - Leichter Anstieg der Kriminalität in Nürnberg)
Kampf dem Vorglühen für den „Berg“

Stadt Erlangen und Polizei wollen Alkoholexzesse zur Bergkirchweih vermeiden — Neues Sicherheitskonzept

VON KIRSTEN WALTERT (NUN10/MAI.01783 Nürnberger Nachrichten, 20.05.2010, S. 18; Kampf dem Vorglühen für den „Berg“ Stadt Erlangen und Polizei wollen Alkoholexzesse zur Bergkirchweih vermeiden — Neues Sicherheitskonzept)
VON KIRSTEN WALTERT

Mit dem Anstich des ersten Fasses Festbier beginnt heute um 17 Uhr Erlangens fünfte Jahreszeit. Stadt, Polizei und Wirte wollen mit verstärkten Jugendschutzkontrollen, Appellen für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol und der Verweigerung neuer Spirituosen-Lizenzen jugendlichen Exzessen während der 240. Bergkirchweih entgegenwirken.

ERLANGEN — Vor allem das berüchtigte „Vorglühen“ hatte in den vergangenen Jahren zu schlimmen Auswüchsen geführt. Während es mancher Bergbesucher wegen seines Rausches nicht einmal bis auf das Kirchweihgelände schaffte und vor den Augen vieler volltrunken in den Grünanlagen, am Fuße des Burgbergs oder gar in der Klinik landete, zettelten andere Schlägereien an oder torkelten Einsatzkräften in die Arme.

Allein das BRK Erlangen-Höchstadt versorgte im Vorjahr 430 Menschen auf der Bergwache, davon etliche wegen Kreislaufproblemen aufgrund übermäßigen Alkoholgenusses. 14 Jugendliche mussten wegen Alkoholvergiftung behandelt werden.

Appell an die Eltern (NUN10/MAI.01783 Nürnberger Nachrichten, 20.05.2010, S. 18; Kampf dem Vorglühen für den „Berg“ Stadt Erlangen und Polizei wollen Alkoholexzesse zur Bergkirchweih vermeiden — Neues Sicherheitskonzept)
Böses Erwachen mit Scherbenteppich

Neue Kirchweihsatzung: Polizei hat in Laufamholz 48 junge „Vorglüher“ kontrolliert

Erste Brennpunktkirchweih im Zeichen des neuen Alkohol-Verbots: Die Polizei hat 48 junge Gäste in Laufamholz kontrolliert, um „Vorglühen“ zu verhindern.

Spät kam die Einsicht, etwas gegen die „Vorglüher“ auf Kirchweihen zu unternehmen. Aber sie kam. Und so hat Mitte vergangenen Jahres das Ordnungsamt eine Kichweihsatzung aus der Taufe gehoben. Sie verbietet unter anderem, dass Gäste alkoholische Getränke mit auf den Festplatz bringen. Kern des Problems: Immer mehr Jugendliche torkelten betrunken über Festplätze.

Auf der „Roten Liste“ stehen von 45 Nürnberger Kirchweihen die in Ziegelstein, Katzwang, Langwasser, Wöhrd und Laufamholz. Dort ging die Kärwa am vergangenen Wochenende über die Bühne. „Ohne nennenswerte Probleme“, sagt Polizeisprecher Peter Schnellinger. (NUN10/MAI.02524 Nürnberger Nachrichten, 29.05.2010, S. 9; Böses Erwachen mit Scherbenteppich - Neue Kirchweihsatzung: Polizei hat in Laufamholz 48 junge „Vorglüher“ kontrolliert)
Kampagne gegen hemmungsloses Trinken

VON SABINE STOLL

Komasuff und Vorglühen sind nicht zu stoppen. Mit der Kampagne „Don’t drink too much!“ will die Polizei hemmungslosem Alkoholkonsum begegnen. Schon ist ein neuer Trend im Anmarsch: Wildfremde verabreden sich im Internet zum Absturztrinken.

Die Bilder sind drastisch, die Botschaft soll ankommen: Im Vollrausch mutieren die coolsten Jungs zu unattraktiven Anti-Helden. Der eine besudelt sich mit Erbrochenem, der andere pinkelt im Suff in die Hose, der Dritte stiert komatös mit Kopfwunde in die Kamera.

Der Supergau mal drei steckt in drei 90 Sekunden langen Videoclips. Sie werden im Cinecittà vor Schülern des Martin-Behaim-Gymnasiums, der Hauptschule Insel Schütt und der Staatlichen Realschule Höchstadt/Aisch gezeigt. Der eine oder andere grinst, als wüsste er genau, wovon die Rede ist. (NUN10/JUN.01905 Nürnberger Nachrichten, 19.06.2010, S. 11; Kampf dem Suff - Kampagne gegen hemmungsloses Trinken)
Herrmann versucht, vor den Schülern nicht den Oberlehrer zu geben. Er habe selbst Kinder und wisse, „die Alten, die können viel daherreden. Wichtig ist, dass ihr untereinander darüber redet.“

Schnaps gebunkert

Das klingt gut; zumindest in der Theorie. Die Praxis sieht anders aus. Wer nicht mittrinkt, gilt in manchen Kreisen als ziemlich uncool. „Das Vorglühen steht immer noch hoch im Kurs“, sagt Adolf Blöchl, Vizechef der Nürnberger Polizei. Viele junge Leute trinken nach wie vor auf hohem Niveau. Auf Discoparkplätzen lagert Hochprozentiges im Kofferraum. „Im Umfeld von Events wird Alkohol gebunkert, wo es geht“, ergänzt Kurt Gref vom Jugendamt. Mittlerweile gibt es kaum mehr eine Kirchweih, bei der die Polizei nicht präsent ist. Sie überwacht das Alkohol-Mitbring-Verbot. Das hat sich nach Ansicht der Polizei bewährt. Doch vorgeglüht wird trotzdem — abseits der Kirchweih.

In Frankreich grassiert ein Trend, der laut Timo Rabe, ebenfalls Mitarbeiter des Jugendamts, schon nach Norddeutschland schwappte. Via Internet verabreden sich Menschen zur Massen-Party, die in ein hemmungsloses Saufgelage münden kann. (NUN10/JUN.01905 Nürnberger Nachrichten, 19.06.2010, S. 11; Kampf dem Suff - Kampagne gegen hemmungsloses Trinken)


Wenn er denn hineinkommt in eines der 14 großen Zelte. Vor 25 Jahren war das noch kein Problem. Berühmt war die Wiesn da auch schon, aber nicht so überlaufen wie heute. Wir hatten in jenen Jahren freie Auswahl, selbst am Eröffnungstag konnten wir entspannt warten, bis drinnen das Gejohle anschwoll und draußen um zwölf die Böller krachend verkündeten, dass das erste Faß angezapft sei.

Heute sprudelt das Bier aus Containern, stehen die Gäste schon um fünf Uhr vor den Zelten, damit sie einen Platz bekommen. Jung ist das Publikum geworden, jeder Zweite ist keine 30 Jahre alt. Und sie sind gerüstet für das Warten mit Bier und Schnaps. Vorglühen nennt sich das Phänomen, dessen erste Opfer schon um neun auf den Wiesnstraßen liegen. Wenn der Schottenhamel um zehn die Tore öffnet, kann er sie acht Minuten später wieder schließen – wegen Überfüllung.

Es sei absonderlich, hat ein Chronist befunden, dass „die Australier um die halbe Welt reisen, um sich im Bierzelt mit Neuseeländern zu prügeln“. Nicht weniger absonderlich erscheint, dass erwachsene, kühl kalkulierende Europäer freiwillig 8,30 Euro auf den Tisch legen für mäßig eingeschenktes Bier. „Ein guter Wirt holt aus einem 50-Liter-Fass 60 Maß“, heißt es. Richtig. Deshalb gibt es den Verein gegen betrügerisches Einschenken. Dessen Tester ordern reichlich, trinken aber nichts, sondern checken, ob das Bier den Eichstrich packt. (NUN10/SEP.01308 Nürnberger Nachrichten, 11.09.2010, S. 1; Ein Prosit aufs Oktoberfest - Der Himmel der Bayern und natürlich der ganzen Welt, das allerallergrößte Besäufnis, feiert bierseligst seinen 200)
Als wir bei ihr noch eine Leberzirrhose feststellten, entschied sie sich für einen Entzug, den sie auch geschafft hat. Ich sehe sie heute noch regelmäßig bei Kontrolluntersuchungen. Aber so etwas ist sehr selten, es muss einem Alkoholkranken schon wirklich dreckig gehen, bis er sich zum Entzug entscheidet und dann auch trocken bleibt.

Nimmt der Alkoholmissbrauch zu?

Muschweck: Leider ja, und zwar ganz besonders bei jungen Menschen. Erst vor wenigen Tagen hatte ich einen knapp 14-Jährigen in der Klinik, der bewusstlos aufgefunden worden war. Bei ihm stellten wir mehr als zwei Promille fest. Das Kampftrinken ist bei jungen Leuten in Mode, das sogenannte Vorglühen vor dem Gang in die Disco gehört offenbar dazu. Was mich besonders frustriert, ist die Tatsache, dass die Jugendlichen keinerlei Einsicht zeigen. Im Gegenteil, die regen sich sogar noch darüber auf, dass sie ins Krankenhaus gebracht worden sind. Wir übergeben sie ihren Eltern und wissen im Prinzip schon, dass wir sie bald wieder auf der Station haben werden. Unsere Mahnungen, dass sie damit ihre Leber und vor allem auch ihre Gehirnzellen stark schädigen, bleiben ungehört. Interview: KARIN WINKLER (NUN10/SEP.01547 Nürnberger Nachrichten, 14.09.2010, S. 11; Ab drei Promille wird es lebensgefährlich - Der Gastroenterologe Herbert Muschweck über Alkoholmissbrauch — Immer mehr junge Trinker)
Die VAG hat damit auf eine Fahrgastbefragung von 2009 reagiert, bei der sich drei Viertel der Kunden klar gegen das Trinken unterwegs ausgesprochen hatten. Auch die Verkehrsbetriebe der Stadt Fürth ziehen mit und nehmen den entsprechenden

Passus in ihre Hausordnung auf. U-Bahnhöfe sind in beiden Städten künftig ebenfalls Tabuzonen.

Dass vor allem Jugendliche in den letzten Jahren U-Bahn oder Straßenbahn gerne mit offenen Pullen in der Hand besteigen, hat das VAG-Verbot beschleunigt. Was für Ältere so schockierend aussieht, ist für sie ganz normal: Im Supermarkt im Hauptbahnhof wird eingekauft, anschließend trifft man sich im Untergeschoss und verbindet die Fahrt zur Disco mit dem gemeinsamen Vorglühen.

Tatsächlich steigt die Zustimmung zum Alkoholverbot mit dem Lebensalter. Wenn ganze Gruppen fröhlich die Flaschen kreisen lassen, verunsichert das vor allem die ältere Generation. Auch das hat die Umfrage unter 457 Nürnberger VAG-Nutzern ergeben, von denen die meisten Stammkunden waren. In anderen Städten wie Köln und Freiburg gibt es das Ess- und Trinkverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln längst. In München ist nur der Alkohol im Abteil verboten.

Zunächst hatte man bei der VAG sogar an ein verbundweites Vorgehen gegen die Sauferei gedacht. Doch die S-Bahnen gehören zur Bahn, die in ihren Zügen selbst Alkohol verkauft. Schon deshalb, das wird angedeutet, werde es hier keine Einigung geben, das Verbot beschränke sich aufs Stadtgebiet Nürnberg inklusive Fürth. (NUN10/DEZ.02387 Nürnberger Nachrichten, 22.12.2010, S. 9; Schnaps ist tabu - VAG verhängt ab Januar ein Alkoholverbot)
Wer mit Alkohol erwischt wird, muss ihn an Ort und Stelle trinken, ausgießen oder den Beamten übergeben. Kräfte der Bereitschaftspolizei Nürnberg unterstützen die Neustädter Kollegen bei ihrer Arbeit.

Den Sparkassenplatz, auf dem die Narren nach dem Umzug oft bis in die Nacht hinein feiern, hat die Polizei mit Bauzäunen abgeriegelt. Beim Alkoholausschank soll ein Farbsystem helfen: Erwachsene erhalten ein farbiges Armband, mit dem ihnen an den Ständen Hochprozentiges ausgeschenkt wird. Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren bekommen ein Band in einer anderen Farbe, mit dem sie Bier und Wein, aber keinen Schnaps kaufen dürfen. Wer unter 16 ist, kriegt weder Armband noch Alkohol.

Problem „Vorglühen“

Im vergangenen Jahr hatte die Faschingsgesellschaft Prunklosia den Umzug abgesagt, weil es zu Exzessen gekommen war: Im Jahr 2009 mussten zwölf Menschen mit Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus gebracht werden. Vor allem auswärtige Besucher, viele von ihnen Jugendliche, fielen immer wieder negativ auf, weil sie schon betrunken in Emskirchen ankamen.

Die Konsequenzen des „Vorglühens“ haben auch andere Faschingsumzüge der Metropolregion in der Vergangenheit erleben müssen: In Allersberg und Schwabach musste die Polizei wiederholt anrücken, um Raufereien zu schlichten. Stärkere Kontrollen sollen das nun verhindern. nn (NUN11/MAR.00420 Nürnberger Nachrichten, 04.03.2011, S. 15; Zweite Chance für Faschingszug - Emskirchen: Kontrollen sollen Exzesse mit Alkohol verhindern)
Aggressiv statt feucht-fröhlich

Die Polizei nahm an Fasching das Vorglühen ins Visier

Bei feucht-fröhlich ist es an Fasching nicht immer geblieben: Das sogenannte Vorglühen und Alkoholexzesse im Umfeld von Partys und Discoveranstaltungen machten der Polizei zu schaffen.

Es ist kein spezifisches Faschingsproblem, sondern ein Dauerbrenner: die Tatsache, dass sich junge Leute im Umfeld von Feiern und Diskotheken Hochprozentiges beschaffen und regelrecht volllaufen lassen. Deshalb hatte die Polizei laut Sprecher Peter Schnellinger in der Nacht am Faschingsdienstag ein Auge auf das Vorglühen in der Umgebung von Discos — und musste immer wieder feststellen, dass Hochprozentiges verbotenerwei- (NUN11/MAR.00893 Nürnberger Nachrichten, 10.03.2011, S. 11; Aggressiv statt feucht-fröhlich - Die Polizei nahm an Fasching das Vorglühen ins Visier)


Aggressiv statt feucht-fröhlich

Die Polizei nahm an Fasching das Vorglühen ins Visier

Bei feucht-fröhlich ist es an Fasching nicht immer geblieben: Das sogenannte Vorglühen und Alkoholexzesse im Umfeld von Partys und Discoveranstaltungen machten der Polizei zu schaffen.

Es ist kein spezifisches Faschingsproblem, sondern ein Dauerbrenner: die Tatsache, dass sich junge Leute im Umfeld von Feiern und Diskotheken Hochprozentiges beschaffen und regelrecht volllaufen lassen. Deshalb hatte die Polizei laut Sprecher Peter Schnellinger in der Nacht am Faschingsdienstag ein Auge auf das Vorglühen in der Umgebung von Discos — und musste immer wieder feststellen, dass Hochprozentiges verbotenerwei-

se auch an Jugendliche abgegeben wurde. (NUN11/MAR.00893 Nürnberger Nachrichten, 10.03.2011, S. 11; Aggressiv statt feucht-fröhlich - Die Polizei nahm an Fasching das Vorglühen ins Visier)
Die Polizei nahm an Fasching das Vorglühen ins Visier

Bei feucht-fröhlich ist es an Fasching nicht immer geblieben: Das sogenannte Vorglühen und Alkoholexzesse im Umfeld von Partys und Discoveranstaltungen machten der Polizei zu schaffen.

Es ist kein spezifisches Faschingsproblem, sondern ein Dauerbrenner: die Tatsache, dass sich junge Leute im Umfeld von Feiern und Diskotheken Hochprozentiges beschaffen und regelrecht volllaufen lassen. Deshalb hatte die Polizei laut Sprecher Peter Schnellinger in der Nacht am Faschingsdienstag ein Auge auf das Vorglühen in der Umgebung von Discos — und musste immer wieder feststellen, dass Hochprozentiges verbotenerwei-

se auch an Jugendliche abgegeben wurde.

Um einige Beispiele zu nennen: Ein 16-Jähriger kaufte in einem Supermarkt eine Flasche Prosecco — was er darf —, gab sie aber an eine 15-Jährige weiter. Es wird ermittelt. Ein 17–Jähriger besorgte sich mit einem gefälschten Ausweis eine Flasche Wodka. Er ist wegen Ausweismissbrauchs dran. Auch die Folgen ließen nicht lange auf sich warten. Die Polizei griff in der Faschingsnacht immer wieder Jungen und Mädchen auf, die stark betrunken waren und zum Teil Mühe hatten, sich noch auf den Beinen zu halten. (NUN11/MAR.00893 Nürnberger Nachrichten, 10.03.2011, S. 11; Aggressiv statt feucht-fröhlich - Die Polizei nahm an Fasching das Vorglühen ins Visier)
Ist der Zusammenhang zwischen längeren Öffnungszeiten und Krawall wirklich so eindeutig, oder spielen da nicht mehr Faktoren eine Rolle?

Nachtigall: Dadurch, dass Kneipen und Gaststätten erst später schließen müssen, hat sich das Ausgehverhalten verändert. Die jungen Leute gehen immer später weg. Als die Discos um ein Uhr zusperrten, hatte die Polizei bis zwei oder drei zu tun. Dann war Ruhe. Jetzt geht es fast rund um die Uhr.

Beim Vorglühen gelten keine Öffnungzeiten. Das wird gern auch in der Öffentlichkeit getan und nicht nur in der Nähe von Discos.

Nachtigall: Getrunken worden ist auch in der Vergangenheit, trotzdem hatten wir nicht diese Erscheinungsformen wie heute. Wenn es demnächst wieder warm wird, dann geht es zum Beispiel am Marienberg wieder los. Da ist die Stadt gefragt, das einzudämmen. Trinkgelage verstoßen gegen das Satzungsrecht der Stadt.

Es dürfte schwer werden, die Uhr einfach zurückzudrehen. (NUN11/MAR.01129 Nürnberger Nachrichten, 12.03.2011, S. 11; „Die Gewaltdelikte steigen“ Polizist Rainer Nachtigall will, dass Kneipen früher schließen)
Keine Sperrzeitverlängerung

Sebastian Brehm, Fraktionsvorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion, ist zufrieden. Die vom Städtetag geforderte Verlängerung der Sperrzeiten ist vom Vorstand der Landtags-CSU abgeschmettert worden. Brehm hatte sich bereits im Februar gegen die Sperrzeitverlängerung ausgesprochen. „Eine Verlängerung der Sperrstunde hilft nicht dabei, die Alkoholproblematik bei Jugendlichen zu lösen“, argumentierte der Fraktionsvorsitzende. Die jungen Leute würden zu Hause vorglühen und sich den Alkohol von der Tankstelle holen. Dagegen müsse man vorgehen. nn (NUN11/MAR.01851 Nürnberger Nachrichten, 18.03.2011, S. 2;)


Fünf Trompeten, vier Posaunen, Horn und Tuba – alles Absolventen und Studenten der Nürnberger Musikhochschule im schwarzen Hemd. Bschorr, ansonsten Soloposaunist der Nürnberger Philharmoniker, steht mit roter Krawatte mittendrin und dirigiert neben Gershwin und Händel auch ein Stück der Hochschulkollegin Vivienne Olive. Im vergangenen Herbst hat das Ensemble eine CD eingespiel, die erste dieser Bläsergruppe seit ihrer Gründung vor drei Jahren.

Wer „Ragtimes and Sad Songs“ der BlackBlazer hören möchte, kann den Bus-Shuttle aus Nürnberg nutzen: Abfahrt um 17.45 Uhr an der Hochschule für Musik, Veilhofstraße 34, um 18 Uhr am Zentralem Busbahnhof Nürnberg, Ankunft in Neumarkt um 18.30 Uhr, dann Vorglühen mit einem Glas Prosecco.

An der Neumarker Hochschul-Dépendance gibt es nach den BlackBlazern bis zum Semesterende noch drei weitere Konzerte der Reihe „Hochschulklänge“: Wolfgang Manz erinnert am Klavier an Franz Liszts 200. Geburtstag (17. 5.), Silvan Koopmann rückt mit seiner ganzen Hochschul-Bigband an (3. 6.) und Daniel Gaede gibt mit Xuesu Liu einen klassischen Violine/Klavier-Abend (8. 7.). um

Für alle genannten Konzerte: 10 Euro für die Einzelkarte (Abendkasse im Reitstadel oder Vorverkauf an der Hochschule unter 0911/2318445) und 25 Euro für Eintritt, Fahrt, Prosecco. (NUN11/APR.00329 Nürnberger Nachrichten, 04.04.2011, S. 10; Mit dem Bus zu den BlackBlazern)


„Wir sind offen für alle Ideen“, meint Brehm. Ein Ort zum Surfen wäre „sicher eine Bereicherung“.

„Volltanken — nicht mit uns“

Einmal volltanken bitte — nicht mit uns!“: Mit dieser klaren Ansage setzt sich die CSU im Rathaus gegen den Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen ein — egal ob Komasaufen, Flatrate-Partys oder Vorglühen an der Tankstelle. Deshalb unterstützt die Stadtratsfraktion den Vorstoß ihres Landtagsabgeordneten Hermann Imhof für ein Alkoholverbot an Tankstellen.

Laut einem Gerichtsurteil darf Tankstellenpächtern der Verkauf von Alkoholika in den Nachtstunden untersagt werden. Der Freistaat Bayern „sollte mit gutem Beispiel vorangehen“, meint CSU-Fraktionschef Sebastian Brehm, „und gegen den ausufernden Akoholmissbrauch vorgehen“.

Schilderwald auslichten (NUN11/MAI.01523 Nürnberger Nachrichten, 14.05.2011, S. 10; Die SPD will Wellenreiten - Angebot für Surfer am Wöhrder See oder an der Pegnitz)
Zwei aufgestylte Mittzwanzigerinnen tänzeln umher; ein Auftritt zwischen Gleichgewichtsverlust und Posieren. Es dauert nicht lange, dann werden sie von einem deutlich älteren Mann angebaggert. Sie kichern, nehmen einen Schluck aus der Prosecco-Pulle. „Sie sind voll nett!“

Sehr früh blau

Eine Flasche in der Hand, das ist am Wochenende der Normalfall. Viele kennen ihre Grenzen, andere sind blau, bevor sie ihr Ziel erreichen. In der Königstorpassage unter dem Bahnhofsplatz übergibt sich ein Mädchen in einen Mülleimer. „2009 ging es los, dass deutlich mehr Alkohol konsumiert wurde und das Vorglühen drastisch zugenommen hat“, sagt Rainer Schlemmer von der Bundespolizei, die für den Bahnhof zuständig ist.

Alkohol ist im Bahnhof fast rund um die Uhr verfügbar genauso wie Hamburger, Pizza, Baguette. „Die Verstöße, dass Alkohol an Minderjährige verkauft wird, sind aber gleich null“, fährt Schlemmer fort. Stattdessen kaufen Ältere Bier und Schnaps und reichen die Flaschen an Jüngere weiter.

Vor dem Haupteingang wartet ein Heer von Taxis auf Kundschaft. Taxifahrer WalterL. fährt ein paar Meter vor, um sich einzureihen. „Was extrem auffällt: Die Mädchen schütten sich mörderisch zu. Die krabbeln dann im Mini-Rock auf dem Boden rum.“ Nein, empfindlich dürfe man als Taxerer nicht sein. (NUN11/MAI.01639 Nürnberger Nachrichten, 16.05.2011, S. 9; Eine Bühne für Partyköniginnen und Gestrandete - Nachts wird der Hauptbahnhof zum Treffpunkt für Nachtschwärmer und Heimatlose — Kein Wochenende ohne Schlägereien)
Donnerstag, 19. Mai

+++ Konzert: Die Devil’s Brigade produziert eine brachiale Mischung aus Hardcore und Rockabilly. Davor spielen die Radio Dead Ones; Hirsch, Vogelweiherstraße 66, Nürnberg, 20 Uhr.

+++ Konzert: Die Band Karikatura aus New York verarbeitet in ihren Songs ganz verschiedene weltmusikalische Strömungen. Als Support werden die Lokalmatadoren eSkalation vorglühen; KiSH, Am Aicha/Am Grünberg, Postbauer-Heng, 20 Uhr.

+++ Konzert: Wenn der Sound von Stax, Motown und Atlantic weiterlebt, dann in The Sweet Vandals. Die Madrider/Düsseldorfer Band um Sängerin Mayka Edjole ist eine der derzeit funkigsten Nummern im Bereich des Retro-Soul; E-Werk, Fuchsenwiese 1, Erlangen, 21 Uhr.

Freitag, 20. Mai (NUN11/MAI.01885 Nürnberger Nachrichten, 18.05.2011, S. 8; EXTRA-Tour)
Lob für Kirchweihverordnung: Vorbild für erweitertes Verbot?

Das konsequente Vorgehen der Stadtverwaltung und der Polizei zur Eindämmung von Alkoholexzessen auf den Nürnberger Kirchweihen findet bei den Parteien im Rathaus breite Zustimmung. Einmütig fordern sie die Staatsregierung auf, die gesetzlichen Grundlagen für eine Ausdehnung auf andere „Brennpunkte“ zu schaffen, in Nürnberg zum Beispiel die Partymeile in Klingenhof.

Probleme bereiteten vor allem das unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen verbreitete sogenannte „Vorglühen“ und „Nachglühen“ — und dadurch mitbedingte Randale. Die Stadt reagierte darauf zunächst mit sogenannten Verfügungen und vor zwei Jahren mit einer Kirchweihverordnung. Seither ist das Mitbringen und Mitführen von Alkohol auf den Festplätzen und im Umlauf von Kirchweihen untersagt (wir berichteten).

Die Polizei hat dem Verbot mit aufwendigen Kontrollen Nachdruck verliehen — und Belehrungen, Bußgelder und Platzverbote haben ihre Wirkung offenbar nicht verfehlt, wie aus einem Bericht für den Rechts- und Wirtschaftsausschuss des Stadtrats hervorgeht. Die Polizei konnte jedenfalls ihren Aufwand bereits deutlich reduzieren. „Es wird aber auch in diesem Jahr Stichproben geben und bei einigen Veranstaltungen auch eine deutliche Präsenz“, kündigte Polizeidirektor Hermann Guth an. (NUN11/MAI.02868 Nürnberger Nachrichten, 26.05.2011, S. 1; Kampf gegen Alkoholexzesse - Lob für Kirchweihverordnung: Vorbild für erweitertes Verbot)


Dass das Niveau gehalten werden kann, hängt aber auch ein wenig von der guten Laune und der Disziplin der Besucher ab, deren überschäumende Lebensfreude in den letzten Jahren weniger auf der Kirchweih selbst Probleme bereitete, sondern vielmehr bei der Nachfeier in der Stadt. Gemeinsam mit einer verstärkten Polizeipräsenz und gewappnet mit einer verlängerten Sperrstunde schon ab 3 Uhr morgens glauben Ordnungsamt und Polizei die möglichen Probleme gut im Blick zu haben. Erlangens Polizeichef Adolf Blöchl kündigte präventive Maßnahmen an: „Wir dulden keine Festbesucher, die schon betrunken auf den Berg ziehen, und wir werden bekannte Gewalttäter genau im Auge behalten. Jugendliches ‚Vorglühen‘ wird strikt unterbunden.“

Gewappnet hat sich die Stadt aber auch gegen mögliche Unwetter mit Sirenen und Lautsprechern. Für die Schausteller ist das Thema Sicherheit nur ein Nebenaspekt: „Erlangen ist eine der sichersten und friedlichsten Kirchweihen überhaupt“, sagt Lorenz Kalb vom Süddeutschen Schaustellerverband. „Randale gibt es höchstens hinterher in der Stadt“.pm (NUN11/JUN.00065 Nürnberger Nachrichten, 01.06.2011, S. 16; Die 256. Erlanger Bergkirchweih erwartet wieder ein Millionenpublikum)


NÜRNBERG — Seit dem Wochenende gastiert der Zirkus Charles Knie in Nürnberg. Die Direktion hatte lange überlegt, ob sie in die Stadt kommen soll. Denn die Schlagzeilen nach der Razzia beim Konkurrenten Barelli wirken nach. Sie schaden der ganzen Branche, heißt es. SEITE 7

Weniger vorgeglüht

ERLANGEN — Über Pfingsten war der Andrang auf der Bergkirchweih so groß wie selten zuvor, es gab aber weniger Ausschreitungen als sonst. Auch das „Vorglühen“ vor dem Kirchweihbesuch ist seltener geworden, stellt die Polizei in einer ersten Zwischenbilanz fest. SEITE 11

Preisgekröntes Theater

BAMBERG — Mit der Preisverleihung sind die 29. Bayerischen Theatertage in Bamberg zu Ende gegangen. Auszeichnungen heimsten auch die Nürnberger Schauspielerin Julia Bartolome, das Theater Pfütze und das Erlanger Theater ein. SEITE 15 (NUN11/JUN.01177 Nürnberger Nachrichten, 14.06.2011, S. 1; Heute lesen Sie)
Der Auftakt des Zwölf-Tage-Spektakels sei heuer einer der besten der vergangenen Jahre gewesen, am Pfingstwochenende strömten so viele Menschen auf den Rathsberg, dass man an der Kapazitätsgrenze angelangt war.

Lange Schlangen vor den Toiletten, kaum mehr Sitzplätze an den Bierkellern und ausgelastete Fahrgeschäfte waren die Folgen. Eine halbe Million Besucher zählte der Schaustellerverband. Dafür sei „erstaunlich wenig passiert“, findet Beugel und sieht die Stadt auf dem richtigen Weg. Seit zwei Jahren ist es verboten, Alkohol mit aufs Festgelände zu nehmen. Die Wirte waren mit dieser Bitte an die Stadt herangetreten, nachdem immer mehr und immer jüngere Besucher bereits betrunken und mit „Stoff“ in der Tasche auf dem Berg erschienen sind.

Das „Vorglühen“ sei deutlich zurückgegangen, sagt Dienstgruppenleiter Stefan Emmert von der Erlanger Polizeiinspektion. Zwar könne man nicht alle Zugänge lückenlos kontrollieren, doch man habe festgestellt, dass Kirchweihgäste gar nicht erst versucht haben, Bier oder den beliebten Wodka aufs Gelände zu schmuggeln.

Auch die Sperrzeitverkürzung auf drei Uhr zeigt Wirkung: Die Nachfeiern in der City gehen nicht mehr endlos, die Stadtreinigung hat genügend Zeit, die Spuren der Nacht bis zum Morgen zu beseitigen.

Elf Fälle registriert (NUN11/JUN.01212 Nürnberger Nachrichten, 14.06.2011, S. 11; Am „Berg“ wird jetzt weniger vorgeglüht - Die Polizei meldet erfreuliche Bilanz nach Kirchweih-Auftakt — Neues Sicherheitskonzept in Arbeit)
Freitag, 17. Juni

+++ Tanzboden: Auf der „Party des Guten Geschmacks“ gibt es Musik von den DJs Robert Smith, Illo, Rick le fleur und Kaisa sowie eine spezielle Deko; Club Stereo, Klaragasse 8, Nürnberg, 22 Uhr.

+++ Konzert: Seine aus lokaler Musikerprominenz zusammengesetzte Band führt Nürnbergs Oberblödelbarden Gymmik zum wahren Rock. Zum Vorglühen wurden mit Phil Teer und dem Hausmeister zwei Großmeister des Folk-Underground verpflichtet; MuZ-Club, Fürther Straße 63, Nürnberg, 20 Uhr.

+++ Tanzboden: Der akustische Gemischtwarenladen „Tonkonzum“ liefert Stoff für musikalische Allesfresser. Global Hifi trifft auf Electroswing, Balkan-Sounds und Electro auf Orientalsounds; Kulturkellerei, Königstraße 93, Nürnberg, 22 Uhr. (NUN11/JUN.01608 Nürnberger Nachrichten, 17.06.2011, S. 25; EXTRA-Tour)


Alkohol-Verbot der VAG klappt auch ohne Strafe

Auf den ersten Blick hat sich wenig geändert. Nach wie vor schwenken angeheiterte Jugendliche freitagabends im U-Bahn-Verteilergeschoss Hauptbahnhof entkorkte Sektflaschen und glühen für den Discobesuch vor. Das alkoholfreie VAG-Terrain beginnt erst hinter den Fahrkarten-Entwertern — die meisten Pullen werden vorher geleert. Niemand wird erwartet haben, dass ein Alkoholverbot in Bussen und Bahnen solche Gewohnheiten grundlegend ändert.



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